Wie läuft der Kauf eines Zeitarbeitsunternehmens ab?

Der Erwerb einer bereits bestehenden GmbH oder UG mit Erlaubnis nach § 1 AÜG läuft im Vergleich zur Eigengründung schnell und unkompliziert ab. Falls die Zeit drängt, sind wir auch im Stande, Ihnen eine Gesellschaft innerhalb weniger Tage zu übertragen. Einige gesetzliche Formvorschriften müssen aber dennoch beachtet werden.

Identifizierung der Beteiligten

Unternehmen, die Vorrats- und Mantelgesellschaften an Dritte veräußern, müssen das „Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten“ (GwG) beachten. Zu unseren gesetzlichen Pflichten zählt insbesondere die Identifizierung unserer Geschäftspartner. Diese kann entweder persönlich oder per Postident-Verfahren erfolgen. Alle wichtigen Einzelheiten hierzu haben wir für Sie in unserem „Hinweisen zum GwG“ zusammengefasst.

Sollten Sie zu diesem Thema noch Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese sehr gerne.

Notarpflicht

Der Kaufvertrag sowie die Übertragung der Anteile müssen notariell beurkundet werden, andernfalls ist das Rechtsgeschäft formunwirksam. Wir bestehen dabei aber nicht auf „unserem“ Notar. Gerne kooperieren wir mit einem Berufsvertreter Ihres Vertrauens oder einem Notar, den Ihre Steuerberaterin oder Ihr Rechtsanwalt empfiehlt, damit Sie sicher sein können, dass Ihre Interessen bei der Transaktion auch bestens vertreten werden.

Wer muss zum Notartermin erscheinen?

Beim Notartermin sollten alle angehenden Geschäftsführer Ihrer Gesellschaft anwesend sein, damit die nach § 39 GmbH-Gesetz erforderlichen Erklärungen an Ort und Stelle abgegeben werden können. Wenn Sie noch Mitgesellschafter haben, die nicht anwesenden sein können, dürfen sich diese auch vertreten lassen. Dazu ist allerdings eine notariell beglaubigte Vollmacht erforderlich. Die Vollmacht muss Ihnen Vertretungsmacht in allen Belangen einräumen, die die Gesellschaft betreffen. Das ist wichtig, da Sie nach der Übertragung der Anteile am besten sofort eine Gesellschafterversammlung abhalten und einen oder mehrere Geschäftsführer bestellen. Darüber hinaus ist es meist erforderlich, dass der Gesellschaftsvertrag geändert und eine neue Firma beschlossen wird.

Wann ist Ihre neue Gesellschaft einsatzfähig?

Nach Abschluss der Formalitäten informiert der Notar das Registergericht über die erfolgten Änderungen und reicht alle notwendigen Dokumente, einschließlich der aktualisierten Gesellschafterliste, ein. Sobald die anzuzeigenden Tatsachen und die beizufügenden Dokumente bei Gericht eingetroffen sind, was oft noch am gleichen Tag geschieht, profitieren Sie, auch beim Kauf einer UG, vom umfassenden Haftungsschutz gemäß GmbH-Gesetz. Sie können Ihre neue Firma sofort und ohne den Zusatz „in Gründung“ verwenden. Auf die Eintragung der gemeldeten Änderungen durch das Registergericht brauchen Sie beim Kauf einer Vorratsgesellschaft nicht zu warten, was den Prozess im Vergleich zu einer Neugründung oft um Monate verkürzt.

Da Ihre GmbH oder UG bereits über eine gültige Erlaubnis nach § 1 AÜG verfügt, können Sie auch sofort mit der Arbeitnehmerüberlassung beginnen. Die bereits vorhandene Steuernummer erlaubt Ihnen zudem eine sofortige Fakturierung Ihrer Leistungen. Ihr neues Unternehmen ist also unmittelbar nach dem Notartermin voll einsatzfähig.

Kaufpreiszahlung und Übertragung des Eigenkapitals

Sie können den Kaufpreis im Voraus auf eines unserer Konten oder ein Notar-Anderkonto (Treuhandkonto) überweisen oder binnen drei Tagen nach dem Notartermin entrichten. Eventuell müssen die Notar- und Gerichtsgebühren, die für die Übertragung der Gesellschaftsanteile auf Sie fällig werden, bar bezahlt werden.

Das Eigenkapital der Gesellschaft darf dem neuen Geschäftsführer aufgrund geänderter Bestimmungen der Bundesagentur für Arbeit nicht mehr gleich nach dem Notartermin in bar ausgehändigt werden. Sie können also über das Eigenkapital der Gesellschaft erst verfügen, sobald Ihnen die Bank Zugriff auf das Konto Ihrer neuen Gesellschaft gewährt. Selbstverständlich können Sie das Konto aber kündigen und das Guthaben transferieren.

Was geschieht nach dem Notartermin?

Zeitarbeitsunternehmen werden stark reguliert, es sind deshalb auch im Anschluss an den Kauf Ihrer GmbH oder UG noch einige Formalitäten zu erledigen. So muss etwa der Wechsel der Geschäftsführer der Bundesagentur für Arbeit gemäß § 7 Abs. 1 AÜG unaufgefordert angezeigt werden. Darüber hinaus sollten Sie auch die rechtzeitige Verlängerung Ihrer behördlichen Erlaubnis gem. § 2 Abs. 4 AÜG nicht vergessen.

Bei der Vorrata sind Sie hier aber in besten Händen. Wir sind selbstverständlich auch nach dem Notartermin noch für Sie da. Unsere Experten stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, bis Sie fest im Sattel sitzen. Sie müssen sich mit der Regulierungsbehörde also auch nach dem Kauf Ihres Zeitarbeitsunternehmens nicht alleine auseinandersetzten.

Wenn Sie noch Fragen haben, beantworten Ihnen unsere Experten diese gerne. Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.